Ameisenfarm für Anfänger – So klappt die Ameisenhaltung

Faszinierende Einblicke in eine unterirdische Welt

Ameisen sind nützliche und schützenswerte Insekten. Erobern sie jedoch die menschlichen vier Wände, hört oft das Verständnis auf. Die meisten Menschen betrachten sie dann als Schädlinge und möchten die Ameisen bekämpfen. Ungeachtet dessen sind Ameisen faszinierende Tiere.

Für viele Menschen sind Ameisen nicht von großer Bedeutung. Allerdings gibt es auch Menschen, die sich für die kleinen Insekten begeistern. Darum bietet sich die Möglichkeit, Ameisen zu Hause in einer Farm zu halten, um diese bei ihrer Lebensweise zu beobachten. Gerade für Kinder kann so ein sog. Formicarium sehr interessant sein. Es ist ganz einfach sich so eine Farm anzulegen.

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Es lohnt sich, sie näher kennenzulernen. Leider lassen sich die fleißigen Krabbler in freier Natur nur eingeschränkt beobachten, da das Innere ihres Nestes unseren Blicken verborgen bleibt. Eine Ameisenfarm (Formicarium) bietet hier einen interessanten Einblick.

Mit einer Ameisenfarm kommt der Betrachter dem Treiben im Kern des Ameisenstaates auf artgerechte Weise näher. Ameisen zu halten ist nicht schwer, nimmt aber viel Zeit in Anspruch und erfordert ein hohes Maß an Verantwortung.

Immerhin handelt es sich um lebende Wesen, die es zu pflegen und zu ernähren gilt. Der Betrieb einer Ameisenfarm ist ein spannendes Hobby, das interessante Einblicke in die Lebensweise der faszinierenden Insekten ermöglicht.

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Die klassische Ameisenfarm für Anfänger

Im Allgemeinen wird jede künstlich geschaffene Welt zur Beobachtung von Ameisen „Formicarium“ genannt. Die bekannteste Form des Formicariums ist die aufrecht stehende Ameisenfarm aus Glas oder Plexiglas.

Je nach Aufwand und Größe kostet ein Gehäuse 10 bis 30 Euro. Hinzu kommt die Ausstattung mit Arena, Tränke, Napf, Granulat, Sand-Lehm-Mischung, Werkzeugen und Zusatzbauteilen.

 

Was kostet eine Ameisenfarm?

Viele Shops bieten Startersets mit allen erforderlichen Komponenten zum Aufbau eines Formicariums an. Ein Für Anfänger geeignetes Ameisenfarm Starter Kit ist in verschiedenen Größen und Ausführungen zu haben, es kostet zwischen 50 und etwa 180 Euro.

Die Anschaffung einer gelgefüllten Ameisenfarm ist nicht empfehlenswert. Zwar können hier die Tiere besonders gut beobachtet werden, aber das Gel verdirbt leicht. Zudem scheinen sich nicht alle Ameisenarten darin wohlzufühlen. Einige sterben sogar, nachdem sie längere Zeit in und von dem Spezialgel gelebt haben.

Ameisenfarm und Junge

Ausstattung einer Ameisenfarm

Eine Ameisenfarm (Formicarium) soll mindestens aus einem Nest (Anthouse) und der Arena (Antcube) bestehen. Die Größe des Nestes ist dabei abhängig von der Größe der Ameisenkolonie.

Es gilt also umso mehr Ameisen, umso größer sollte auch das Nest sein. Ansonsten werden Verbindungsrohre und Verbindungsschläuche benötigt. Durch diese können die Ameisen sich bewegen. Eines der wichtigsten Bauteile ist außerdem eine Ausbruchssicherung, damit die Ameisen nicht davonkommen. Weitere Dingen, die in einem Formicarium benötigt werden, sind eine Tränke und Futternäpfe.

 

Aufbau in drei Schichten

Eine Ameisenfarm besteht aus drei Schichten. Die untere Schicht dient als Drainage und Wasserspeicher, sie besteht aus Tongranulat, Bimsstein, Lavagestein oder anderen wasserdurchlässigen Granulaten.

Sie bildet die Basis der Ameisenfarm, verhindert Schimmelbildung und verleiht dem Ameisennest die notwendige Stabilität. Je nach Material und Farbe kostet ein Kilogramm Granulat etwa 5 bis 10 Euro.

Die zweite Schicht der Ameisenfarm besteht aus einem Sand-Lehm-Gemisch. Hier graben die Ameisen ihre Gänge, legen Kammern für Vorräte an und versorgen ihre Eier, die Brut und die Ameisenkönigin.

Fertige Sand-Lehm-Gemische sind im Fachhandel in verschiedenen Farben erhältlich. Pro Kilogramm kostet das Gemisch je nach Farbe etwa 5 bis 10 Euro.

Die letzte Schicht, die Deckschicht, ist als Lebensgrundlage der Ameisen nicht zwingend erforderlich. Als Dekorationsschicht macht sie aber den individuellen Charme jeder einzelnen Ameisenfarm aus. Zusätzlich vermindert der obere Abschluss das Austrocknen des Nestes.

Ameisenfarm reinigen

Futter und Auslaufplatz: die Arena

Keine Ameisenfarm kann unbegrenzt Tiere beherbergen. Spätestens, wenn die Kolonie wächst, wird der Anbau einer Arena notwendig. Sie dient als Futter- und Abfallplatz und ermöglicht den Ameisen einen größeren Auslauf.

Eine mittelgroße Arena kostet um die 30 bis 40 Euro. Hinzu kommen etwa 20 Euro für Verbindungsstücke und Abdeckung. Die Befüllung der Arena dient lediglich zur Dekoration, deshalb gibt es keine Besonderheiten zu beachten. Der Bodengrund sollte allerdings so hart sein, dass sich keine Ameise eingraben kann.

Ameisen essen sehr vieles und benötigen Proteine sowie Kohlenhydrate. Man sollte sie abwechslungsreich ernähren. So mögen die Ameisen neben Insekten wie Fliegen und Spinnen, auch Körner, Samen, Honig und Zuckerwasser. Es ist auch möglich, ihnen Katzennassfutter oder Heuschrecken zu geben.

 

Ameisenfarm selber bauen mit kostenlosen Bauanleitungen

Neben vielen fertigen Lösungen besteht natürlich auch die Möglichkeit ein Formicarium in Eigenleistung selbst zu bauen. Natürlich ist hier ein gewisses handwerkliches Geschick von Nöten.

Dank es Internets kommt man heute aber relativ einfach an fertige Baupläne und Anleitungen, so dass man sich genügend Anregungen holen kann. Beispielsweise gibt es hier oder auch hier einige Ameisefarm Bauanleitungen als Pdf.

Ameisengang Gel Antfarm

Richtige Haltung und Reinigung der Ameisenfarm

Bei einer Ameisenfarm in einem Formicarium, auch Ameisen Terrarium ist nicht viel zu beachten, trotzdem gibt es einige Besonderheiten, die sehr wichtig sind. Die Haltung ist zum einen individuell und je nach Ameisenart etwas verschieden. So empfiehlt es sich für Einsteiger, eine heimische Ameisenart zu wählen, um bei der Haltung keine Fehler zu machen.

Diese heimische Ameisenart empfiehlt sich besonders dadurch, daß sie das Klima schon gewohnt ist. Darum ist die richtige Haltung schon viel einfacher. Beliebte Einsteigerarten sind Lasius niger, Lasius flavus oder Myrmica rubra. Eine Ameisenfarm sollte nicht zu feucht und nicht zu trocken sein.

Ist sie zu feucht, kann sich Schimmel bilden, andersrum besteht die Gefahr auszutrocknen. Unter beiden Bedingungen können die Ameisen sterben, darum ist es wichtig, darauf zu achten. Besser ist es allerdings, wenn die Farm zu feucht als zu trocken ist. Außerdem kommt es auf den richtigen Platz der Ameisenfarm an. Die Umgebung soll nicht zu hell und nicht zu warm sein, außerdem darf die Räumlichkeit nicht zu laut sein.

Im Sommer ist es darum sinnvoll, die Ameisenfarm an einen kühlen Ort zu stellen, z. B. in den Keller. Eine Ameisenfarm muss in der Regel nicht gesäubert werden. Da sie Ameisen die Farm teils selbst sauberhalten. Sollte das Formicarium trotzdem mal gereinigt werden, ist es wichtig, den Behälter mit lauwarmen Wasser auszuspülen, weder zu heiß noch zu kalt. Und gegen Bakterien kann man das Formicarium mit Essig behandeln.

 

Die Bewohner für das Formicarium

Ist die Ameisenfarm eingerichtet, fehlen nur noch die Bewohner. Doch Vorsicht, wer glaubt, ein paar fliegende Ameisen auf ihrem Schwarmflug einfangen zu können, um mit ihnen einen eigenen Ameisenstaat aufzubauen, kann leicht in Schwierigkeiten geraten.

Denn auch hierzulande gibt es geschützte Arten, die nicht gefangen werden dürfen. Zum Beispiel die Waldameise. Um ganz sicher zu gehen, kein artengeschütztes Exemplar für seine Ameisenfarm zu erwischen, sollte der frischgebackene Insektenfarmer die Tiere und die Ameisenfarm im Fachhandel kaufen. Die meisten Anbieter verkaufen Ameisen aus verschiedenen geografischen Regionen.

Für Anfänger eignen sich Arten, die keine besonderen Haltungs- und Futteranforderungen stellen. Zum Beispiel die schwarze Rossameise, die Wiesenameise, die schwarze Wegameise oder die rote Gartenameise. Die Kosten liegen bei heimischen Ameisen zwischen 5 und 15 Euro. Meist erhält man dafür eine Königin und fünf bis zehn Arbeiterinnen.

Sobald die Tiere in den Formicarien abgesetzt werden, beginnen sie mit dem Aufbau der Kolonie. Hinter Glas gewähren die Ameisen dem Betrachter einen Blick auf ihr arbeitsreiches Leben.

Wer ihr unermüdliches Wirken beobachtet, sieht in den fleißigen Krabblern schnell nicht mehr den lästigen Schädling, sondern erkennt faszinierende und schützenswerte Lebewesen.

 

Ameisenfarm als Freizeitbeschäftigung

Viele, die eine Ameisenfarm haben, empfinden dies als eine wichtige Aufgabe, nicht nur als Unterhaltung. Sie sind fasziniert von dem sozialen System der Ameisen und deren Leben in ihrer Kolonie. Außerdem sind sie begeistert, wie bei den Ameisen alles so ruhig und organisiert abläuft. Ansonsten ist es besonders interessant, wenn man Kinder zu Hause hat.

Die Kleinen haben nicht nur Freude damit, sondern lernen sie viel über die Ameisen. Und sie bekommen mit, was es bedeutet, sich um ein Lebewesen zu kümmern. Denn egal wie klein Ameisen sind, schaffen sie Großes.

Letzte Aktualisierung am 3.04.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API