Ameisen im Mauerwerk – Höchste Zeit für den Kammerjäger

Bemerken Sie immer wieder kleine Haufen feinen Puders an Ihren Fußleisten, sollten Sie schnell handeln. Denn diese Häufchen könnten von Ameisen im Mauerwerk verursacht werden. Wie Sie die kleinen Plagegeister entdecken und wieder loswerden, verrät unser Beitrag.

 

Ameisen – Nützlinge und Schädlinge zugleich

ameisen im mauerwerk in der hauswand

Ameisen zählen eigentlich zu den Nützlingen, da sie Kadaver von Tieren und Pflanzenreste beseitigen und vielen Vogelarten als Futter dienen. Doch im Haus möchte sie niemand haben. Ameisen können sich über die Vorräte im Haus hermachen und Keime übertragen. Dabei bevorzugen sie Lebensmittel, die Zucker und Eiweiß enthalten. Lebensmittel, die von den Tieren befallen wurden, sollten schnellstmöglich entsorgt werden. Neben den Schäden, die sie an den Vorräten anrichten können, gibt es bestimmte Ameisenarten wie die Rotrückige Hausameise, die nicht nur tierische und pflanzliche Reste abtragen, sondern auch Holz. Damit wird sie zu einer Gefahr für die Gebäudestatik, da sie sich durch komplette hölzerne Bauelemente fressen und dort ihre Nester bauen können. Auch tragende Balken können dabei zerstört werden.

 

Verschiedene Ameisenarten

Es gibt eine ganze Vielzahl verschiedener Ameisenarten und die meisten davon sind harmlos. Anders sieht es mit den Pharaoameisen oder auch der Rotrückigen Hausameise aus. Doch woran kann man die Ameisenarten erkennen? Achten Sie, neben dem Körperbau der Ameise, auch auf deren Färbung. Die für Häuser schädliche Ameisenart ist die Rotrückige Hausameise, deren Körper zwei deutlich unterscheidbare Farben aufweist. Ihr Rücken ist rötlich bis gelblich-braun, während der Hinterleib sowie der Kopf sehr viel dunkler sind. Ihre Beine sind heller als der Körper. Die Rotrückige Hausameise baut ihre Nester bevorzugt hinter Fassaden, unter Dielen oder auch unter Steinböden, die sie unterwandert. Es ist schwierig, die Nester der Ameisen im Mauerwerk zu entdecken, da hierfür zum Teil ganze Wände oder Böden geöffnet werden müssen.




Vorbeugung gegen Ameisen im Mauerwerk

Um einem Befall mit Ameisen im Mauerwerk vorzubeugen, hilft es, das Haus regelmäßig auf Schwachstellen und Löcher hin zu überprüfen. Löcher und Ritzen sollten abgedichtet werden. Besitzen Sie einen Garten, können Sie außerdem rund um das Haus Sträucher und Kräuter pflanzen, deren Geruch die Ameisen nicht mögen, denn diese Tiere sind extrem geruchsempfindlich. Setzen Sie hierfür Majoran, Basilikum, Lavendel oder auch Pfefferminze ein. Entdecken Sie geflügelte Ameisen in Ihrem Haus, sollten Sie diese so schnell wie möglich wieder nach draußen befördern, denn hierbei handelt es sich um Ameisen auf dem Hochzeitsflug. Sie wollen sich paaren und ein neues Nest gründen. Hilft auch das nichts und befinden sich bereits Ameisen im Mauerwerk, sollten Sie rasch handeln.

 

Ameisen im Mauerwerk erkennen

Entdecken Sie nicht nur Ameisen im Haus, sondern auch noch kleine Häufchen Staub an den Fußleisten, sollten Sie schnell einen Schädlingsbekämpfer rufen. Bei diesen Anzeichen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Insekten bereit im Mauerwerk breitgemacht haben. Schädlingsbekämpfer entfernen Ameisen schnell, zuverlässig und nachhaltig. Die Kosten sollten Sie hierbei nicht abschrecken, denn lieber werden die Ameisen einmal effektiv bekämpft als durch jahrelange Selbstversuche, die nicht oder kaum wirksam sind. Denn je mehr Zeit vergeht, desto größer sind auch die angerichteten Schäden. Schäden an der Bausubstanz können schnell mehrere Tausend Euro teuer werden.

Die Kosten variieren je nach Aufwand. Manchmal reicht der Einsatz eines Giftes durch den Fachmann. In einigen Fällen müssen ganze Wände aufgerissen werden, um an die Ameisen heranzukommen, denn diese bauen ihre Nester oft sehr groß und weitläufig. Sie haben die Möglichkeit, sich vom Fachmann beraten und einen Kostenvoranschlag anfertigen zu lassen. Wollen Sie doch lieber die Ameisen selbst bekämpfen, so achten Sie darauf, ein zeitverzögert wirkendes Gift einzusetzen, welches von den Ameisen ins Nest getragen und an die Königin und die Brut verfüttert wird.

 

Wer ist verantwortlich für die Beseitigung?

Ist Ihr Eigenheim von Ameisen im Mauerwerk betroffen, ist der Fall klar: Deren Bekämpfung geht zu Ihren Lasten. Doch wie sieht es aus, wenn Sie zur Miete wohnen? Fakt ist, dass einzelne Ameisen in einer Wohnung als nicht erhebliche Belästigung angesehen werden. Hierbei besteht keine Möglichkeit zur Mietminderung. Erst wenn der Befall erheblich ist, können Sie die Miete mindern, falls der Vermieter die Ameisen im Mauerwerk nicht bekämpft. Die Kosten für eine Schädlingsbekämpfung liegen also bei einem gravierenden Befall beim Vermieter und nicht beim Mieter.

Bei den sogenannten Pharaoameisen, die mittlerweile auch in unseren Breiten immer mehr heimisch werden, muss sofort gehandelt werden, denn diese können gefährliche Krankheiten wie den infektiösen Hospitalismus übertragen. Auch einzelne dieser Tiere müssen daher sofort bekämpft werden. Gerade in Mietwohnungen ist es wichtig, die Bekämpfung der Ameisen im Mauerwerk einem Fachbetrieb zu überlassen. Entstehen nämlich durch eine unsachgemäße Ameisenbekämpfung Schäden an der Wohnung, so sind diese durch den Mieter zu bezahlen.

Aus umweltrechtlicher Sicht müssen Sie beachten, dass Insektizide nicht nur für Ameisen tödlich sind, sondern auch für andere Kleinlebewesen. Auch aus diesem Grund sollten Sie die Bekämpfung lieber einem Fachbetrieb überlassen. Haben Sie also Ameisen im Mauerwerk, sollten Sie nicht zögern und diese möglichst schnell bekämpfen lassen. Der eigene Einsatz kann leicht schiefgehen und Sie sogar teuer zu stehen kommen.