Ameisenfarm für Anfänger – So klappt die Ameisenhaltung

Faszinierende Einblicke in eine unterirdische Welt

Ameisen sind nützliche und schützenswerte Insekten. Erobern sie jedoch die menschlichen vier Wände, hört oft das Verständnis auf. Die meisten Menschen betrachten sie dann als Schädlinge und möchten die Ameisen bekämpfen. Ungeachtet dessen sind Ameisen faszinierende Tiere. Es lohnt sich, sie näher kennenzulernen. Leider lassen sich die fleißigen Krabbler in freier Natur nur eingeschränkt beobachten, da das Innere ihres Nestes unseren Blicken verborgen bleibt. Eine Ameisenfarm (Formicarium) bietet hier einen interessanten Einblick.


Einsteiger-Kit Ameisenfarm bei Amazon

Günstiges Einsteiger-Formicarium für den ambitionierten Ameisenfarmer..
ameisenfarm-starter-kit-anthouse

  • bestehend aus Acrylglas
  • Zwischenräume des Behältnisses werden mit Sand gefüllt
  • Komplette Ameisenkolonie ist enthalten
  • Mögliche Dekorationen können optinal integriert werden
  • weitere Ameisenfarmen anschauen*…

bei amazon kaufen *


 

Mit einer Ameisenfarm kommt der Betrachter dem Treiben im Kern des Ameisenstaates auf artgerechte Weise näher. Ameisen zu halten ist nicht schwer, nimmt aber viel Zeit in Anspruch und erfordert ein hohes Maß an Verantwortung.

Immerhin handelt es sich um lebende Wesen, die es zu pflegen und zu ernähren gilt. Der Betrieb einer Ameisenfarm ist ein spannendes Hobby, das interessante Einblicke in die Lebensweise der faszinierenden Insekten ermöglicht.

 

Die klassische Ameisenfarm für Anfänger

Im Allgemeinen wird jede künstlich geschaffene Welt zur Beobachtung von Ameisen „Formicarium“ genannt. Die bekannteste Form des Formicariums ist die aufrecht stehende Ameisenfarm aus Glas oder Plexiglas.

Je nach Aufwand und Größe kostet ein Gehäuse 10 bis 30 Euro. Hinzu kommt die Ausstattung mit Arena, Tränke, Napf, Granulat, Sand-Lehm-Mischung, Werkzeugen und Zusatzbauteilen.

 

Was kostet eine Ameisenfarm?

Viele Shops bieten Startersets mit allen erforderlichen Komponenten zum Aufbau eines Formicariums an. Ein Für Anfänger geeignetes Ameisenfarm Starter Kit ist in verschiedenen Größen und Ausführungen zu haben, es kostet zwischen 50 und etwa 180 Euro.




Die Anschaffung einer gelgefüllten Ameisenfarm ist nicht empfehlenswert. Zwar können hier die Tiere besonders gut beobachtet werden, aber das Gel verdirbt leicht.

Zudem scheinen sich nicht alle Ameisenarten darin wohlzufühlen. Einige sterben sogar, nachdem sie längere Zeit in und von dem Spezialgel gelebt haben.

 

Aufbau in drei Schichten

Eine Ameisenfarm besteht aus drei Schichten. Die untere Schicht dient als Drainage und Wasserspeicher, sie besteht aus Tongranulat, Bimsstein, Lavagestein oder anderen wasserdurchlässigen Granulaten.

Sie bildet die Basis der Ameisenfarm, verhindert Schimmelbildung und verleiht dem Ameisennest die notwendige Stabilität. Je nach Material und Farbe kostet ein Kilogramm Granulat etwa 5 bis 10 Euro.




Die zweite Schicht der Ameisenfarm besteht aus einem Sand-Lehm-Gemisch. Hier graben die Ameisen ihre Gänge, legen Kammern für Vorräte an und versorgen ihre Eier, die Brut und die Ameisenkönigin.

Fertige Sand-Lehm-Gemische sind im Fachhandel in verschiedenen Farben erhältlich. Pro Kilogramm kostet das Gemisch je nach Farbe etwa 5 bis 10 Euro.

Die letzte Schicht, die Deckschicht, ist als Lebensgrundlage der Ameisen nicht zwingend erforderlich. Als Dekorationsschicht macht sie aber den individuellen Charme jeder einzelnen Ameisenfarm aus. Zusätzlich vermindert der obere Abschluss das Austrocknen des Nestes.

 

Futter und Auslaufplatz: die Arena

Keine Ameisenfarm kann unbegrenzt Tiere beherbergen. Spätestens, wenn die Kolonie wächst, wird der Anbau einer Arena notwendig. Sie dient als Futter- und Abfallplatz und ermöglicht den Ameisen einen größeren Auslauf.

Eine mittelgroße Arena kostet um die 30 bis 40 Euro. Hinzu kommen etwa 20 Euro für Verbindungsstücke und Abdeckung. Die Befüllung der Arena dient lediglich zur Dekoration, deshalb gibt es keine Besonderheiten zu beachten. Der Bodengrund sollte allerdings so hart sein, dass sich keine Ameise eingraben kann.

 

Ameisenfarm selber bauen mit kostenlosen Bauanleitungen

Neben vielen fertigen Lösungen besteht natürlich auch die Möglichkeit ein Formicarium in Eigenleistung selbst zu bauen. Natürlich ist hier ein gewisses handwerkliches Geschick von Nöten.




Dank es Internets kommt man heute aber relativ einfach an fertige Baupläne und Anleitungen, so dass man sich genügend Anregungen holen kann. Beispielsweise gibt es hier oder auch hier einige Ameisefarm Bauanleitungen als Pdf.

 

Die Bewohner für das Formicarium

Ist die Ameisenfarm eingerichtet, fehlen nur noch die Bewohner. Doch Vorsicht, wer glaubt, ein paar fliegende Ameisen auf ihrem Schwarmflug einfangen zu können, um mit ihnen einen eigenen Ameisenstaat aufzubauen, kann leicht in Schwierigkeiten geraten.

Denn auch hierzulande gibt es geschützte Arten, die nicht gefangen werden dürfen. Zum Beispiel die Waldameise. Um ganz sicher zu gehen, kein artengeschütztes Exemplar für seine Ameisenfarm zu erwischen, sollte der frischgebackene Insektenfarmer die Tiere und die Ameisenfarm im Fachhandel kaufen. Die meisten Anbieter verkaufen Ameisen aus verschiedenen geografischen Regionen.

Für Anfänger eignen sich Arten, die keine besonderen Haltungs- und Futteranforderungen stellen. Zum Beispiel die schwarze Rossameise, die Wiesenameise, die schwarze Wegameise oder die rote Gartenameise. Die Kosten liegen bei heimischen Ameisen zwischen 5 und 15 Euro. Meist erhält man dafür eine Königin und fünf bis zehn Arbeiterinnen.

Sobald die Tiere in den Formicarien abgesetzt werden, beginnen sie mit dem Aufbau der Kolonie. Hinter Glas gewähren die Ameisen dem Betrachter einen Blick auf ihr arbeitsreiches Leben.

Wer ihr unermüdliches Wirken beobachtet, sieht in den fleißigen Krabblern schnell nicht mehr den lästigen Schädling, sondern erkennt faszinierende und schützenswerte Lebewesen.